Tabaksteuer 2027: Zigaretten könnten bis 2030 auf 11,78 Euro steigen
Rauchen könnte in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich teurer werden. Nach aktuellen Plänen soll der durchschnittliche Preis einer Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 auf 11,78 Euro steigen. Bereits 2027 könnte eine Packung im Durchschnitt 9,10 Euro kosten.
Grund dafür ist eine geplante stärkere Erhöhung der Tabaksteuer. Damit möchte die Bundesregierung zusätzliche Einnahmen erzielen und gleichzeitig den Tabakkonsum bei Erwachsenen und Jugendlichen senken. Noch steht der neue Preis allerdings nicht endgültig fest: Die 11,78 Euro sind ein rechnerischer Durchschnittswert und die verschärfte Steuererhöhung ist noch nicht abschließend beschlossen.
Was genau geplant ist, wie sich die Preise entwickeln könnten und ob höhere Tabaksteuern tatsächlich dazu führen, dass weniger Menschen rauchen, erfährst du in diesem Artikel.
Was ist bei der Tabaksteuer geplant?
Nach den aktuellen Plänen soll die Tabaksteuer ab 2027 schrittweise erhöht werden. Dadurch könnte der durchschnittliche Preis einer Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 auf 11,78 Euro steigen. Das wären rund 40 Cent mehr als in der vorherigen Planung.
Die erwartete Preisentwicklung sieht folgendermaßen aus:
| Jahr | Erwarteter Durchschnittspreis |
|---|---|
| 2027 | 9,10 € |
| 2028 | 9,91 € |
| 2029 | 10,81 € |
| 2030 | 11,78 € |
Gleichzeitig soll der Anteil der Tabaksteuer am Packungspreis bis 2030 auf rund 6,19 Euro steigen. Auch Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten soll stärker besteuert werden.
Wichtig ist: Der Staat legt die Verkaufspreise nicht direkt fest. Bei den genannten Beträgen handelt es sich um berechnete Durchschnittspreise. Wie teuer einzelne Marken und Packungsgrößen tatsächlich werden, entscheiden letztlich auch die Hersteller. Zudem befindet sich die stärkere Steuererhöhung noch in der politischen Beratung und ist bislang nicht endgültig beschlossen.
Warum soll Rauchen teurer werden?
Mit der stärkeren Erhöhung der Tabaksteuer verfolgt die Bundesregierung vor allem zwei Ziele: zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt und einen besseren Gesundheitsschutz. Gegenüber der vorherigen Planung soll die verschärfte Steuererhöhung jährlich rund 800 Millionen Euro zusätzlich einbringen.
Gleichzeitig sollen höhere Preise den Tabakkonsum reduzieren. Sie können Rauchende dazu bewegen, weniger zu rauchen oder ganz aufzuhören. Vor allem Jugendliche sollen durch die höheren Kosten vom Einstieg abgehalten werden. Die Weltgesundheitsorganisation zählt Tabaksteuern zu den wirksamsten und kosteneffizientesten Maßnahmen gegen den Tabakkonsum.
Die wichtigsten Ziele im Überblick:
- Zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt
- Weniger Raucherinnen und Raucher
- Jugendliche vom Einstieg abhalten
- Langfristig tabakbedingte Erkrankungen und Folgekosten reduzieren
Führen höhere Preise wirklich zu weniger Konsum?
Viele Rauchende sind überzeugt, dass sie auch bei steigenden Preisen weiterrauchen werden. Eine höhere Tabaksteuer führt tatsächlich nicht dazu, dass jeder sofort aufhört. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass der Tabakkonsum insgesamt zurückgeht, wenn Zigaretten deutlich teurer werden.
Für einkommensstarke Länder wird folgende durchschnittliche Wirkung angenommen:
| Preiserhöhung | Erwartete Wirkung |
|---|---|
| 10 % höherer Zigarettenpreis | etwa 4 % weniger Tabakkonsum |
| Reaktion von Jugendlichen | zwei- bis dreimal stärker als bei Erwachsenen |
Der Rückgang entsteht nicht nur dadurch, dass Menschen vollständig mit dem Rauchen aufhören. Einige reduzieren ihren täglichen Konsum, während andere gar nicht erst anfangen. Vor allem Jugendliche und Menschen mit geringerem Einkommen reagieren stärker auf steigende Preise.
Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Tabaksteuern deshalb als eine der kosteneffizientesten Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums. Nach Angaben der WHO fällt die Wirkung bei jungen Menschen besonders deutlich aus.
Wie stark belastet Rauchen die Gesellschaft?
Die Einnahmen aus der Tabaksteuer sind hoch – reichen aber bei Weitem nicht aus, um die gesellschaftlichen Folgen des Rauchens auszugleichen. Nach dem Tabakatlas Deutschland 2025 stehen jährlichen Tabaksteuereinnahmen von etwa 15,6 Milliarden Euro gesellschaftliche Kosten von rund 97,2 Milliarden Euro gegenüber.
| Einnahmen und Kosten | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Einnahmen aus der Tabaksteuer | ca. 15,6 Mrd. € |
| Direkte Kosten für Behandlung und Pflege | ca. 30,3 Mrd. € |
| Indirekte wirtschaftliche Kosten | ca. 66,9 Mrd. € |
| Gesellschaftliche Gesamtkosten | ca. 97,2 Mrd. € |
Zu den indirekten Kosten gehören unter anderem Arbeitsausfälle, Frühverrentungen und die wirtschaftlichen Folgen vorzeitiger Todesfälle. Die Zahlen zeigen: Auch wenn die Tabaksteuer dem Staat Milliarden einbringt, verursacht das Rauchen insgesamt wesentlich höhere Kosten.
Was würde das für Raucher konkret bedeuten?
Wer täglich eine Packung mit 20 Zigaretten raucht, müsste bei einem durchschnittlichen Packungspreis von 11,78 Euro mit erheblichen Ausgaben rechnen:
| Zeitraum | Kosten bei 11,78 € pro Packung |
|---|---|
| Pro Tag | 11,78 € |
| Pro Monat | ca. 353 € |
| Pro Jahr | ca. 4.300 € |
Verglichen mit einem angenommenen Packungspreis von acht Euro wären das rund 1.380 Euro mehr pro Jahr. Wer mehr als eine Packung täglich raucht, müsste entsprechend noch tiefer in die Tasche greifen.
Das bedeutet: Selbst ohne weitere Preiserhöhungen könnten Raucher innerhalb von fünf Jahren mehr als 21.000 Euro für Zigaretten ausgeben. Geld, das beispielsweise für Urlaube, ein Auto, die Altersvorsorge oder andere persönliche Ziele zur Verfügung stehen könnte.
Fazit: Rauchen könnte bis 2030 deutlich teurer werden
Die Meldung über Zigarettenpreise von 11,78 Euro ist keine Falschmeldung. Allerdings handelt es sich dabei um einen berechneten Durchschnittspreis und nicht um einen bereits festgelegten Verkaufspreis. Richtig ist daher: Nach den aktuellen Regierungsplänen könnte eine Packung mit 20 Zigaretten im Jahr 2030 durchschnittlich 11,78 Euro kosten.
Höhere Preise werden nicht jeden Raucher sofort zum Aufhören bewegen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass der Konsum insgesamt zurückgeht und vor allem Jugendliche seltener mit dem Rauchen beginnen. Für Menschen, die bereits über einen Rauchstopp nachdenken, kann die geplante Erhöhung ein zusätzlicher Anstoß sein, nicht länger auf den vermeintlich richtigen Zeitpunkt zu warten.
Eine Packung täglich könnte 2030 fast 4.300 Euro im Jahr kosten. Statt immer mehr Geld für Zigaretten auszugeben, kannst du jetzt den ersten Schritt in ein rauchfreies Leben machen.
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